Eine von US-Präsident Obama initiierte Untersuchungskommission lieferte jetzt wichtige Erkenntnisse die den britischen Ölkonzern BP entlasten. Bislang war BP, unter anderem von vielen US-Abgeordneten, eine klare Fahrlässigkeit bei dem Unglück auf der Ölplattform „Deepwater Horizon“ unterstellt worden. Eine Explosion auf der Plattform am 20. April 2010, die 11 Menschen mit in den Tot riss, führte zu einem Sinken der Bohrinsel und verursachte ein großes Bohrloch, aus dem in Folge monatelang über 780 Millionen Liter Öl in den Golf von Mexiko flossen. Die Ölkatastrophe raubte einheimischen Fischern ihre Arbeit und verpestete große Teile der Küsten. Die so entstandenen Schäden gehen in die Milliarden. Das Unglück gilt heute als die größte und folgenreichste Ölkatastrophe in der Geschichte der USA.

Die Auswirkungen der Katastrophe und die hohe mediale Aufmerksamkeit verlangten nach einem Schuldigen, der verständlicherweise zunächst einseitig bei dem Betreiber der Plattform gesucht wurde. Heute ist bekannt, dass die Partnerunternehmen BPs Transocean und Halliburton zumindest eine Mitschuld an dem Unglück tragen. Neuste Ergebnisse einer unabhängigen Untersuchungskommission der US Regierung entkräfteten jetzt Vorwürfe, die BP unterstellten aus reiner Profitgier das Unglück provoziert zu haben. BP habe zwar ebenso wie seine Partner schwerwiegende Fehler begangen, allerdings sei die Katastrophe eher als eine Verkettung mehrerer unglücklicher Zufälle und Fehlinterpretationen der Verantwortlichen zu sehen. Diese Erkenntnisse decken sich auch mit den Ergebnissen, zu denen bereits eine von BP beauftragte Untersuchungskommission kam.

Die endgültigen Ergebnisse der US-Untersuchung werden allerdings erst am 11. Januar vorliegen. Bis dahin soll auch eine Strategie vorgelegt werden, mit der vergleichbare Katastrophen in Zukunft verhindert werden können.