Ölpest nicht alleinige Schuld von BP? – Gegen BP Partner Halliburton werden schwere Vorwürfe laut

Als am 20. April 2010 eine Explosion die im Golf von Mexiko gelegene Ölplattform „Deepwater Horizon“ zum Sinken brachte und ein Ölleck verursachte, aus dem in den nächsten Monaten viele Millionen Liter Rohöl ausströmen sollten, war der Schuldige vorerst schnell ausgemacht. BP lautete der Name des Konzerns, dessen fahrlässiges Handeln vermutlich 11 Menschen getötet haben sollte und die größte Ölkatastrophe in der Geschichte der USA auslöste. Erst nach vielen unendlich lang erscheinenden Monaten konnte das Bohrloch im September 2010 endgültig geschlossen werden. Die Kosten und Folgekosten der Katastrophe gehen in die Milliarden.

Dass BP zumindest einen großen Anteil an dem Unglück trägt steht eigentlich außer Frage. Eine von US-Präsident Obama initiierte Regierungskommission erhebt jetzt jedoch schwere Vorwürfe gegen den BP-Partner Halliburton. Von diesem stammte der Zement, der vor der Explosion auf der Bohrinsel zur Abdichtung der Ölquellen dienen sollte und ein Ausströmen des explosiven Erdgases verhindern sollte. Sowohl BP als auch Halliburton wussten allerdings von den Problemen, die der verwendete Zement mit sich brachte. Bereits bei Tests Wochen vor dem Unglück zeigte sich, dass der Zement instabil war und eigentlich nicht hätte verwendet werden dürfen. Fraglich ist jetzt in wie weit sich der BP Vorstand der wirklichen Bedeutung der Test bewusst war.

Auf BP kommen in der nächsten Zeit Schadensersatzklagen und Strafen zu, die in die hohen Milliardenbeträge gehen. Sollte sich herausstellen, dass der von Halliburton zur Verfügung gestellte Zement fehlerhaft war und dem Unternehmen somit eine Teilschuld zugesprochen werden kann, dann dürften die Strafzahlungen für BP wesentlich geringer ausfallen als bisher befürchtet.